Ciclosporin A

Ciclosporin wird im Bereich der Organtransplantation zur immunsuppressiven Therapie eingesetzt und gehört als Wirkstoff zur Gruppe der so genannten Calcineurininhibitoren.

Wichtige Hinweise

Die hier wiedergegebene Beschreibung der Medikamente erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Darstellung beruht auf der Fachinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und sollen keine Empfehlung oder Bewertung der Wirkstoffe sein. Die Entscheidung über den Einsatz und die Dosierung obliegt alleine dem Transplantationsarzt. Diese Angaben ersetzen nicht die fachliche Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Für die Angaben zu Dosierungen und Nebenwirkungen kann keine Gewähr übernommen werden. Der Patient ist angehalten, die Anwendung und Dosierung individuell mit dem behandelnden Arzt abzustimmen. Alle dargestellten Therapieprinzipien der Immunsuppression nach Nierentransplantation gelten nicht verbindlich für alle Transplantationszentren in Deutschland. Es bestehen zentrumsspezifische Besonderheiten, die hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden können und sollen.

Indikation (Einsatzgebiet)

Ciclosporin wird zur Vermeidung einer Transplantatabstoßung als immunsuppressive Therapie bei Herz-, Nieren-, Lungen-, Leber- und Pankreastransplantation (nur in Kombination mit anderen immunsuppressiven Medikamenten) eingesetzt. Außerdem erfolgt die Anwendung bei:

  • bestimmten schwersten Formen der rheumatoiden Arthritis
  • Autoimmunerkrankungen
  • entzündlichen Augenerkrankungen (Uveitis)
  • schwersten Formen der Schuppenflechte (Psoriasis)
  • seltenen Sonderformen der Eigen-Nierenerkrankungen (fokal-segmentale Glomerulosklerose, bestimmte Verlaufsformen der membranösen Glomerulonephritis)
  • Graft-versus-host-Krankheit nach Knochenmarkstransplantation

Wirkmechanismus

Ciclosporin A stammt von einem Pilz. Es bindet in der Zelle ein Eiweißmolekül (Rezeptorprotein), das so genannte Cyclophilin, und hemmt als Komplex den Botenstoff Calcineurin. Durch die Unterbrechung der Signalwege in der Abwehrzelle können wichtige Abwehrbotenstoffe nicht ausgeschüttet werden (Blockade der Genexpression von Cytokinen). Auf diese Weise schwächt Ciclosporin wirksam die körpereigene Abwehr. In der Organtransplantation kann durch dieses Medikament eine Abstoßung verhindert werden.

Wann sollte das Medikament nicht angewendet werden (Kontraindikationen)?

Ciclosporin sollte nicht angewendet werden bei:

  • bekannter Unverträglichkeit oder Allergie gegen Ciclosporin oder andere Bestandteile des Medikaments
  • bestehenden Infektionen
  • schwerer, nicht einstellbarer arterieller Hypertonie
  • schweren Formen der Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Patienten mit vorheriger Methotrexat-Therapie

Welche Wechselwirkungen bestehen mit anderen Medikamenten?

Es gibt viele Medikamente, die den Ciclosporinspiegel beinflussen können. Daher sollte ein transplantierter Patient nie ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eigenmächtig Medikamente einnehmen oder die Dosierung verändern. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente können den Blutspiegel beeinflussen und so zu einer gefährlichen Über- oder Unterdosierung mit Ciclosporin führen. Auch Grapefruit- oder Pampelmusensaft kann den Ciclosporin-Spiegel erhöhen und sollte daher vom Patienten vermieden werden. Diese Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen Medikamenten können hier nur in der Übersicht unvollständig aufgelistet werden. Daher ist es bei jedem neuen Medikament zwingend notwendig, dass der behandelnde Arzt die Verträglichkeit mit Ciclosporin im Einzelfall prüft.

  • Grapefruit-Saft (sollte nicht getrunken werden)
  • ACE-Hemmer
  • Allopurinol
  • Antimalariamittel
  • Amiodaron
  • Ezetimibe
  • Digitalispräparate
  • Colchizin
  • Methotrexat
  • Metoclopramid
  • Medikamente gegen Depression (Serotonin-Reuptake Hemmer)
  • Anti-Pilzmittel (Amphotericin B, Imidazole, Caspofungin, Fluconazol, Griseofulvin)
  • Calcium-Kanal-Blocker gegen Bluthochdruck
  • Echinacea
  • viele verschiedene Antibiotika (Aminoglykoside,Makrolide, Imipenem, Cipro-, Levo- und Norfloxacin, Sulfonamide, Pyrazinamid, Rifamycin)
  • Orlistat
  • Sulfonylharnstoffe
  • Mittel gegen Krampfanfälle (Phenytoin, Carbamazepin)
  • HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren
  • Bestimmte HIV-Medikamente (Protease-Inhibitoren)
  • Antikoagulation mit Warfarin (Blutgerinnungshemmung)
  • Androgene und Östrogene ("Pille")
  • Ticlopidin

Es sollte keine gleichzeitige Anwendung von Lebendimpfstoffen erfolgen. Die Wirkung von Totimpfstoffen kann eingeschränkt sein.

Welche bekannten Nebenwirkungen können auftreten?

Die Liste der möglichen Nebenwirkungen kann hier nicht umfassend dargestellt werden. Einige ausgewählte wichtige Nebenwirkungen sind:

  • Infektneigung durch Bakterien, Pilze oder Viren
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Verschlechterung der Nierenfunktion (mit Anstieg des Kreatinin)
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und innere Unruhe
  • Erhöhung der Blutfette
  • Haarwuchs (bei Frauen Bartwuchs = Hypertrichose)
  • Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasie)
  • Hämolytisch-urämisches Syndrom mit Blutbildveränderungen

Darüber hinaus können Leberschädigungen auftreten. Das Risiko für ein Auftreten bösartiger Tumore ist in der Langzeitanwendung erhöht.

Wie kann der Blutspiegel von Ciclosporin bestimmt werden?

Es existieren verschiedene Labormethoden für die Spiegelbestimmung (Immunoassays, Fluoreszenz-Polarisationsassay, HPLC). Die in der Tabelle genannten Ciclosporin-Talspiegel gelten für monoklonale Immunoassays (z.B. von Abbott®). Die Messung des Ciclosporin-Talspiegels kann durch eine 2-Stunden-Wert-Messung ergänzt werden. Hier wird die Wirkstoffkonzentration von Ciclosporin 2 Stunden nach der Einnahme des Medikaments durch den Patienten gemessen. Bei einigen Patienten können starke Schwankungen in der Absorptionsphase (Phase der Aufnahme von Ciclosporin in den ersten Stunden) auftreten, die durch die alleinige Messung des Talspiegels nicht erkannt werden können. Dieses C2-Monitoring von Ciclosporin hat in einigen Studien eine genauere Aussage über die tatsächliche individuelle Wirkstoffaufnahme gezeigt. Nachteile sind der hohe Zeitaufwand für den Patienten und die hohe Fehlerwahrscheinlichkeit, da das 2-Stunden-Intervall exakt eingehalten werden muss.

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